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Chinesen schwul   guter beitrag schlechter beitrag
Zhao Min (Gast)
27-okt-06
Meine Freundin (eine Lokale) hat mir wiederholt erzählt, daß viele Chinesen, nicht alle, schwul sind. Und das ein Grund dafür auch gefördert wird, nämlich: es gibt mehr Männer als Frauen. Und immer mehr. Ist das nur ein Trick, um die Übervölkerung zu behindern? Oder warum wollen sie kein Kontakt zu Frauen?
 
 
aw: Chinesen schwul   guter beitrag schlechter beitrag
dylanthomas
27-okt-06
es ist etwas verwirrent.
dein name und die etwas holprige ausdrucksweise koennte auf einen chinesen schliessen lassen.
waere aber komisch, wenn ein chinese in einem deutschen forum erkundigungen zu schwulen chinesen einziehen moechte.
deswegen:
man schaetzt glaube ich in der westlichen welt, dass 5-10 % homosexuell veranlagt sind.
koennte man so auch evt fuer andere erdteile veranschlagen.
ist das fuer deine freundin "viele"?
weiter, so ziemlich alle werden mit dieser vorliebe geboren, das kann man schlecht foerdern.
aber, werden mehr maenner geboren, dann gibts auch,klar, noch ein paar mehr schwule maenner. leuchtet ein, oder?
und wer soll sich nun einen solchen catch aussdenken, um die ueberbevoelkerung zu behindern?
"Oder warum wollen sie kein Kontakt zu Frauen?"
eben, weil sie so veranlagt sind!

sei mir nicht boese, aber weshalb solche naiven fragen?

uebrigens hoerte ich vor einiger zeit, dass gruppen an der pekinger uni dieses thema thematisierten und es wurde in den chinesischen medien auch darueber berichtet. vielleicht kann dir hier jemand mit einem link helfen, auf dass solch erschreckend naive fragen etwas eindaemmung erfahren.
 
 
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SinaSina
27-okt-06
Oh, größten Dank für die Info; dachte ich mir's doch schon, dass NICHT ALLE Chinesen schwul sind... denn irgendwoher müssen die 1,3 Mrd Chinesen ja doch kommen!
Dass "sie", also ganz allgemein DIE CHINESEN, keinen Kontakt zu FRAUEN wollen, ist ja in der Form eine ziemlich dämliche Behauptung, sorry.
Der Männerüberschuss ist im übrigen KEINE konspirative Verschwörung der chinesischen Regierung, um die Männer "künstlich" schwul zu machen und durch eine wachsende Zahl von Schwulen das Bevölkerungswachstum einzudämmen...
Abgesehen davon, dass natürlicherweise ca. 102 neugeborene Jungen auf 100 Mädchen kommen, gibt es in Ländern wie China und Indien noch einen ganz wesentlichen Grund für den Männerüberschuss, nämlich die Abtreibung weiblicher Föten bzw. Tötung von Neugeborenen. Auch dies wird NICHT von der chin. Regierung gesteuert, um einen Männerüberschuss zu produzieren und dadurch in der Folgegeneration ein vermindertes Bevölkerungswachstum zu erreichen.
Tatsächlich hat ein Männerüberschuss teilweise recht gravierende soziale und psychosoziale negative Nebenwirkungen; darüber war in der letzten Zeit mehrfach in der (deutschen) Presse zu lesen. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis ist für alle Beteiligten wünschenswert.
 
 
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JoSy
27-okt-06
Schwule wollen sehr wohl Kontakt zu Frauen, die sie toll finden & die sie deshalb auch imitieren. Nur eben keinen Sex. Ihr sexuelles Interesse ist gleichgeschlechtlich, das scheint nur schwer oder gar nicht beeinflussbar, weil es zum größten Teil biologisch veranlagt ist.

Wenn du sagst, dass es zukünftig in China noch mehr Männer als Frauen geben wird, dann entspricht das den Tatsachen. Die Einkindpolitik und das damit verbundene Bevorzugen männlichen Nachwuchses wird für die kommende Generation bittere Konsequenzen nach sich ziehen. Mehr als 40 Mio. Chinesen werden keine Frau bekommen. Das ist (übrigens zum wiederholten Male in China) ein Fakt, der verdeutlicht, dass das Eingreifen des Menschen in die natürlichen Abläufe katastrophale Konsequenzen zeitigt.
Denselben Fehler mehrmals wiederholen - das ist wahre Dummheit. Und der Mensch verweigert noch immer die Denkleistung.
 
 
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mitleser
27-okt-06
Das bedeutet ja dass das Problem "Tennisarm" drastisch zunehmen wird!

Selten dummes Posting. Aber das ist nun ja weitgehen vorbei.
 
 
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HumphreY
28-okt-06
@JoSy

"Mehr als 40 Mio. Chinesen werden keine Frau bekommen. Das ist (übrigens zum wiederholten Male in China) ein Fakt, der verdeutlicht, dass das Eingreifen des Menschen in die natürlichen Abläufe katastrophale Konsequenzen zeitigt."

Also ich finde das Problem lässt sich sehr einfach lösen. Dann gibt es eben irgendwann Polygamie in die andere Richtung. Die chinesische Geschichte hat gezeigt, dass ein Mann und mehrere Frauen gleichzeitig harmonisch unter einem Dach leben können. Wüßte nicht, warum umgekehrt nicht genauso funzt, zumal hier im Forum schon wiederholt erwähnt wurde, dass chinesische Frauen eh schon sozial dominant sind.

Chinesen zeigen in allen Bereichen des Lebens gesunden und auch kranken Pragmatismus. Ich bin mir sicher, sien finden auch hier einen Weg.

Übrigens eine gute Perspektive für gelangweilte Expat-Frauen. Die meisten mögen bislang keinen Interesse an chinesen haben. Aber Qualität lässt sich ja bekanntlich irgendwann durch Quantität ausgleichen. Vielleicht auch bei Sex?
 
 
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SinaSina
28-okt-06
Entwicklungsgeschichtlich gab es meines Wissens so gut wie ausschließlich die Konstellation der Vielweiberei. Umgekehrt funktioniert es in der Tat nicht, selbst wenn es in wenigen Einzelfällen mal praktiziert werden sollte - Ausnahmen bestätigen bloß die Regel.
Du wüßtest nicht wieso? Ganz klar, weil Männer damit nicht klarkommen. Ist von der Evolution einfach nicht so vorgesehen. Es geht für den Mann um die Weitergabe der eigenen Gene, und da duldet kein Mann einen Nebenbuhler, im Gegenteil, die werden bis aufs Blut bekämpft. In der Tat würde, biologisch gesehen, ein Mann für hunderte von Frauen reichen. Dass er sich trotzdem in der Regel mit weitaus weniger begnügt, und es wahrscheinlich deshalb auch viel mehr Männer als nötig gibt, liegt daran, dass er's nicht schafft.
Und es gilt das Muster Jäger=Mann, Beute=Frau. Frauen sind die Jagdtrophäen, jedenfalls aus Sicht der Männer. Frauen haben da meist ihre eigene Sichtweise...
Was die Frau betrifft, da geht es auch um die Weitergabe der eigenen Gene, aber "die Mutter ist immer gewiss", was das betrifft, braucht sie sich also, anders als der Mann, keine Gedanken zu machen. Deshalb versucht die Frau - evolutionsgeschichtlich betrachtet - den Genpool ihres Nachwuchses zu optimieren, indem sie Gene möglichst vieler vielversprechender Männchen einsammelt. Und natürlich die Männchen, insbesondere das Hauptmännchen, darüber unwissend lässt, denn, s.o., das würde ja nur Ärger geben. Erwiesenermaßen sind die 3. Kinder eines Paares am häufigsten "Kuckuckskinder", ich glaube die Schätzungen gehen bis zu 10% aller 3. Kinder, und zwar quer durch alle Kulturen und Zeiten.
Auf einen kurzen Nenner gebracht - die Vielweiberei ist öffentlich und gesellschaftlich anerkannt, die Vielmännerei wird unausgesprochen betrieben ;-))
 
 
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mitleser
28-okt-06
>Ist von der Evolution einfach nicht so vorgesehen.

Ausser bei Ameisen, da klappt das gut.
 
 
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Frieder Demmer
28-okt-06
"Es geht für den Mann um die Weitergabe der eigenen Gene, und da duldet kein Mann einen Nebenbuhler, im Gegenteil, die werden bis aufs Blut bekämpft."

Soso...

Einer der größten Irrtümer im (bevorzugt konservativen) Umgang mit evolutionstheoretischen Ansätzen ist, dass weil sich etwas in der Evolution bewährt habe, es somit wahr und unabänderlich sei.

Das entscheidende Merkmal des Erfolges der Evolution ist aber tatsächlich vielmehr die Möglichkeit der bestangepassten Ausnahme/Variation.

Einfach mal drüber nachdenken ;-)

"Auf einen kurzen Nenner gebracht - die Vielweiberei ist öffentlich und gesellschaftlich anerkannt, die Vielmännerei wird unausgesprochen betrieben ;-))"

Das wiederum klingt ersteinmal nett - aber so wirklich anerkannt ist die Vielweiberei nun wirklich nicht, und schon garnicht öffentlich, sie ist im engeren Sinne sogar verboten. Wahr ist, dass sie eher toleriert wird.
 
 
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wasisendess (Gast)
28-okt-06
Vielweiberei heisst doch: mehrere Schwiegermuetter, mehr Ausgaben, weniger Zeit zum Studieren. Nein Danke, mit der Einservariante hat man schon genug zu kaempfen. Und ausserdem, was geht mich die Evolution an und meine Hypophyse habe ich im Griff und nicht sie mich.
 
 
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SinaSina
29-okt-06
@ Frieder Demmer
Ad 1) Ich hab nirgends von Wahrheit und Unabänderlichkeit gesprochen. Über solcherart philosophische Kategorien und Absolutheitsansprüche denke ich allerdings des öfteren nach, bevorzugt ohne Aufforderung Dritter.
Ad 2) Anerkannt heißt genauso viel oder wenig wie "toleriert". Hat nichts mit legal oder legalisiert zu tun. Ein "Kavaliersdelikt" wie es leibt und lebt - gesetzlich verboten, aber gesellschaftlich toleriert. Insofern dürften wir uns also einig sein.
 
 
(thread closed)

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