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Third Culture Kids (6): Trauer und Abschied
Von Ann Wöste
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Auch wenn diese Menschen oder Tiere nicht sterben, kommt der Verlust dem eines Todesfalls doch sehr nah. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, die Ayi, die einen die Kindheitsjahre begleitet hat, wiederzusehen? Wie realistisch ist es für einen Neunjährigen, eine Freundschaft über eine große Distanz aufrecht zu erhalten? Wie hart muss es für ein jugendliches TCK sein, seine erste große Liebe zurücklassen zu müssen, ohne diese Entscheidung mit beeinflussen zu können? Allein die Vorstellung, ihr geliebtes Pony nun nie wieder zu sehen, hat meiner Tochter das Herz gebrochen und uns einige schlaflose Nächte beschert.

Diese Verluste gehören zum Leben eines Expat-Kindes dazu, und wir Eltern können sie ihnen leider nicht ersparen, wenn wir uns für dieses Leben entscheiden. Aber wir können uns bewusst machen, dass die Verluste real sind, sie ernst nehmen und unseren Kindern helfen, damit fertig zu werden.

Leichter gesagt als getan. Trauer ist immer noch so etwas wie ein Tabu-Thema zwischen Eltern und Kindern und findet in unserem Leben oft keinen Platz und keine Ausdrucksmöglichkeit. Es mangelt einerseits an etablierten Ritualen und der Übung im Umgang damit, und andererseits an der Bereitschaft, diese Gefühle überhaupt an sich heranzulassen. Die Heftigkeit der Emotionen, mit der Kinder und Jugendliche ihrer Trauer oft Ausdruck verleihen, erweckt in uns eine gewisse Hilflosigkeit.

Einfacher als uns unseren eigenen Gefühlen von Trauer und Schmerz zu stellen scheint es uns da, unsere Kinder in dunklen Stunden zu ermutigen und auf die schönen Dinge zu verweisen, die ja ebenfalls zu einem Umzug gehören. Abschied und Neuanfang liegen ja bekanntlich dicht beieinander, und es liegt nahe, den Blick dann eher auf das Positive zu lenken, wie die Aussicht auf eine spannende Erfahrung, viele neue Freunde, die Verwandten nun wieder regelmäßig zu sehen oder eben ein neues Bett.

Aber die Aussicht auf Schönes spendet nur dann Trost, wenn vorher das Trauern erlaubt ist! Sonst sendet sie die Botschaft: „ Deine Gefühle sind nicht angemessen, du hast gar keinen Grund traurig zu sein. Freu dich auf all das Schöne und sei nicht undankbar.“

So eine Botschaft ist fatal, lässt sie doch für Trauer keinen Raum. Das Hauptproblem eines TCK ist nicht der Verlust als solcher und die damit verbundenen Gefühle der Traurigkeit, sondern die Tatsache, dass die Trauer unverarbeitet bleibt, wenn sie nicht gelebt werden darf!

Geben Sie der Trauer Raum, bieten Sie sich als Zuhörer an, fragen Sie Ihre Kinder, wie es ihnen geht, was ihnen Angst macht und scheuen Sie sich nicht, den Finger vorsichtig in die Wunde zu legen.


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