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Third Culture Kids (4): Rückkehr an einen unbekannten Ort
Von Ann Wöste
Übersicht

Diese organisatorischen Aufgaben, die bei einer Rückkehr bewältigt werden müssen, sind den Betroffenen durchaus präsent, anders sieht es dagegen mit den emotionalen Herausforderungen aus. Der Abschied von dem besonderen Leben der letzten Jahre muss verarbeitet werden. Wieder befinden sich alle Familienmitglieder in einer Übergangssituation, die mit viel innerem Chaos und Gefühlsschwankungen einhergeht.

Ich habe bei vielen Deutschen im Ausland beobachtet, dass sie im ersten Jahr sehr bemüht waren, Land, Leute, Sprache und Kultur kennenzulernen. Sie waren sehr umtriebig, interessiert und begierig nach allem Neuen und Unbekannten. Nach einiger Zeit kehrte sich dieses Interesse um, und sie glorifizierten die deutschen Tugenden und zelebrierten die deutschen Bräuche. Plötzlich wurde der Laternenumzug an St. Martin zum unbedingten Muss und es wurden mit Hingabe Eier gefärbt und für einen deutschen Weihnachtsbasar gebastelt. Auch das gehört zum Ablöseprozess aus dem Gastland dazu, da ja klar ist, dass man früher oder später in die alte Heimat zurückkehren wird. Nur, dass dann das idealisierte Bild leider oft nicht viel mit der Realität zu tun hatte, die die Rückkehrer in Deutschland vorfanden.

Sie hatten Sehnsucht nach etwas, dass es so vielleicht gar nicht gibt.

Auch die Sehnsucht, alles möge so geblieben sein, wie wir es verlassen haben, ist trügerisch. Entweder fangen wir irgendwo ganz neu an und alles ist fremd und ungewohnt, oder es hat sich tatsächlich nicht viel verändert, außer unserem eigenen Erfahrungshorizont, für den sich aber leider niemand wirklich interessiert. Ein „Wie war’s?“ und „Schön, dass ihr wieder da seid“ ist vielleicht das einzige, was wir zu hören bekommen, und dann stehen wir da mit unseren vielen Geschichten und neuen Erfahrungen und ärgern uns über das Desinteresse unserer Mitmenschen.

Besonders schwierig ist allerdings die Rückkehr für unsere Kinder. Vor allem dann, wenn sie bei der Ausreise noch sehr klein waren, wir mehr als nur drei Jahre im Ausland gelebt oder sogar mehrmals den Standort gewechselt haben.

Rückkehr impliziert immer die Ankunft an einen uns vertrauten Ort. Es hat etwas mit Heimatgefühl, Sicherheit und Geborgenheit zu tun. Ein Ort, an dem wir uns intuitiv richtig verhalten, weil wir die Regeln kennen, und ein Ort, mit dem wir einen Großteil unserer eigenen Geschichte verbinden.

Für uns Erwachsenen stimmt das auch (wobei das viele binationale Paare nochmal vor ganz eigene Herausforderungen stellt), und deshalb vergessen wir oft, dass für unsere Kinder nicht zwangsläufig das Gleiche gilt. Wir vermitteln ihnen unbewusst die ganze Zeit über die Botschaft, dass es leicht wird und dass sie sich wohl fühlen werden, und dass es eben „zu Hause“ sein wird. Die falsche Erwartungshaltung macht das Thema Reintegration noch schwieriger. Wenn ich damit rechne, dass etwas mühsam wird und eine große Veränderung bedeutet, die prozesshaft verläuft, bin ich auf Schwierigkeiten eingestellt.


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